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Evert Taube & Handelsman Flink

Evert Taube gilt neben Carl Michael Bellman als einer der großen schwedischen Nationaldichter. Anfang der vierziger Jahre verbrachte er einige Sommer auf Flatö. 1943 wurde ihm nämlich von seinem Arzt Erik Salén empfohlen, sich an einem ruhigen Ort mit etwas Wald und Meeresluft auszuruhen, da er unter Asthma litt. Salén besaß ein Haus auf Ängö, einige hundert Meter von Ängögården entfernt. Während seines Aufenthalts auf der Insel erkundete Taube die Umgebung ausführlich. Er konnte einen ganzen Tag damit verbringen, von Ängö nach Stätte brygga zu gehen, eine Strecke von nur zwei bis drei Kilometern. Auch beim Radfahren machte er Abstecher hier und dorthin, lauschte den Vögeln, diskutierte mit Leuten, die er auf dem Weg traf, fertigte Skizzen an und machte Notizen.

1912 eröffneten Petter und sein 22jähriger Sohn Gustaf ihren Kaufladen. Petter, der Seefahrer war, segelte weiterhin mit seinem eigenen Schiff während Gustaf Sorge trug, dass der Kaufladen zu einem Treffpunkt der Bewohner der Umgebung wird. Es war von Anfang an klar, dass der Laden bei Flatös offenkundigem Knotenpunkt liegen sollte - dem Anlegesteg Stätte Brygga - und ebenso ein fester Bestandteil davon werden sollte. Die Leute kamen zu Pferd, im Wagen, zu Fuß oder rudernd, um dort einzukaufen oder etwa Eier gegen Kaffee oder Petroleum zu tauschen, ein Paar Pantoffeln anzuprobieren, eine Sense unter die Lupe zu nehmen, sich nach einem sehnlichst erwarteten Brief zu erkundigen, seine Zeitung abzuholen oder Postgeschäfte zu erledigen. Dort landeten die Schärenboote an, die Menschen sammelten sich bevor die Fahrt losging und wurden bei der Rückkehr wieder dort empfangen. Es lag eine Spannung und Mystik über dem ganzen Ort.

Ängö ist die Bezeichnung des nördlichen Teils von Flatö, und es der Name "Ängö", der sich auch in den meisten Liedern wiederfindet. Evert Taube war nämlich der Ansicht, dass Flatö, also "flache Insel", ein sehr unpassender Name für eine Insel sei, die doch so hügelig ist.

Der Stein auf dem Bild erinnert an die Zeit als Evert Taube hier in der Gegend seine Lieder sang.

Wie Gustav Johansson "Handelsman Flink" wurde

Evert Taube und Gustaf Johansson wurden gute Freunde und der Kaufladen zu Taubes zweiter Heimat während seiner Zeit auf Ängö. In Gustaf fand Taube einen treuen Freund und Gönner. Natürlich war Gustaf Johansson, genauso wie alle anderen in der Gegend, geschmeichelt, einen derart berühmten Gast bei sich zu wissen. Und im Vorzimmer saß Taube, schrieb, trank und malte, skizzierte und sang. Er war fasziniert vom Leben im Kaufladen und Gustafs ruhigem Wesen. Gustaf Johansson machte sich keinen Stress, allem widmete er die Zeit, derer es bedurfte. Taube konnte aus nächster Entfernung die umständlichen, manchmal zerstreuten Vorhaben seines Freundes verfolgen, seinen Erläuterungen folgen und ihn beobachten wie er immer größere Posten in die Sparbücher der Kunden eintrug. Evert Taube verhalf Johansson zu ewigem Leben im schwedischen Liedschatz, indem er ihn "Handelsman Flink" taufte.

Flinks Kunden kamen aus unterschiedlichsten Richtungen in der Nachbarschaft. Ein Gutteil kam, wie erwähnt, per Boot. Zu diesen gehörte Maj, die rudernd vom Hof Stätten auf der Insel Malö kam: Sie ruderte außen an Keholmar vorbei und umrundete die Spitze von Keholme denkbar knapp, gerade, dass sie nicht auf den unsichtbaren Grund lief. In solchen alltäglichen Bildern sah der ununterbrochen tätige Sänger ein Stück Poesie. Denn so kam zum Beispiel das Lied "Maj von Malö" zustande. Weitere Lieder, die zu dieser Zeit geschrieben wurden sind "Huldas Karin", "Vals på Ängön" ("Walzer auf Ängö") und "Inbjudan till Bohuslän" ("Einladung nach Bohuslän").